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DIREKTZIEHENDE FARBSTOFFE

Direktziehende Farbstoffe umfassen eine enorme Vielzahl an Molekülen, die bereits intensiv gefärbt sind. Diese Farbstoffe werden in verschiedenen Bereichen wie Textilien, Kunststoffen, Kosmetika und in Haarfarbe eingesetzt.

Direkte Farbstoffe dringen nicht sehr tief in das Haar ein und lassen sich darum leichter auswaschen. Aus diesem Grund werden Produkte, die hauptsächlich direkte Farbstoffe enthalten, oftmals auch als Tönung bezeichnet. Diese Farbstoffe werden aufgrund ihrer besonders kräftigen Farbe auch verwendet, um die Farbintensität und Deckkraft zu erhöhen.

Die Kao-Forschungslabore in Japan und Deutschland haben verschiedene  direktziehende Farbstoff-Technologien zu einem Zweck entwickelt: Haarfarben intensiver zu machen. Sie lösten viele der verschiedenen Probleme, mit denen wir Coloristen weltweit zu kämpfen haben. Aus diesem Grund können wir heute zwischen verschiedenen direktziehenden Farbstofftechnologien unterscheiden.

Direktziehende Farbstoffe haben mehrere Dinge gemeinsam:

Sie sind komplett entwickelte Moleküle und können direkt genutzt werden.

Sie erfordern keine Aktivierung durch Mischung mit einem Entwickler.

Sie haften aufgrund verschiedener Kräfte wie etwas elektromagnetischer Ladung an den Haaren.

Sie haften hauptsächlich an den äußeren Schichten (Schuppenschicht) des Haares.

Sie sind sehr farbintensiv und leuchtend.

Die Mischung ist unkompliziert, da nur die Regeln der subtraktiven Farbmischung gelten.

KONVENTIONELLE DIREKTZIEHENDE FARBSTOFFE

Konventionelle übliche direktziehende Farbstoffe sind positiv (+) geladene Moleküle, die von negativ (-) geladenen Bereichen des Haars angezogen werden. 

Diese  Farbstoffe sind größer als Kuppler und Farbvorstufen und daher nicht in der Lage, tiefer in das Haar einzudringen. Sie neigen dazu, zu klumpen und werden dadurch noch größer.

Konventionelle direktziehende Farbstoffe werden hauptsächlich in sauren oder neutralen Produkten verwendet, die Haare nicht so anschwellen lassen wie oxidative/alkalische Produkte. Die saure oder neutrale Umgebung ist eine weitere Barriere, die die konventionelle direktziehende Farbstofftechnologie daran hindert, tiefer in das Haar einzudringen. Aus diesem Grund sind konventionelle direktziehende Farbstoffe nicht immer so haltbar wie oxidative Farbstoffe oder die von Kao entwickelten speziellen direktziehende Farbstoff-Technologien. 

Um die Intensität zu erhöhen, benötigen diese Farbstoffe eine porösere Haarstruktur, in die sie tiefer eindringen können.

Weitere Faktoren für die Haltbarkeit und Intensität sind eine längere Verarbeitungszeit und die Anzahl der Farbstoffe. Je mehr Farbstoff und je länger die Verarbeitungszeit, desto mehr Farbstoffe werden von dem Haar angezogen.

Direktziehende Farbstoffe lagern sich überwiegend in der äußeren Schicht des Haares an.

ELUMEN-FARBSTOFFE

Elumen ist eine der größten Erfindungen in der Geschichte der Haarfarbe.

Im Gegensatz zu konventionellen direktziehenden Farbstoffen verwendet Elumen saure, negativ geladene, direktziehende Farbstoffe und einen pH-Wert von 3,0. Die natürliche Milchsäure in der Farbmischung ist für diese saure Umgebung verantwortlich.

Die spezielle Technologie verändert die Ladung des Haares. Eine starke kationische (+) Ladung des Haares entsteht, und weil Elumen-Farbstoffe anionisch (-) aufgeladen sind entsteht eine Art Zugwirkung, die die negativ geladenen Elumen-Farbstoffe buchstäblich in das Haar zieht. Eine Art magnetische elektrostatische Anziehung entsteht, durch die die negativ geladenen Farbstoffe fest und dauerhaft an das bereits positiv geladene Haar gebunden werden.

 

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